Johanniter: »Büffeln im Ehrenamt

Blomberg. Angesichts leerer Stadtsäckel, wird ehrenamtliches Engagement vor Ort immer wichtiger. Doch in vielen Vereinen fehlen besonders junge Menschen, die sich dauerhaft engagieren.

Bei den Blomberger Johannitern ist das anders. Kirsten Waltemate (24) und Jannik Reue (19) drückten für ihr Ehrenamt noch einmal die Schulbank – 500 Stunden lang. 

Der Lohn der Mühen: Beide legten erfolgreich ihre Prüfungen zum Rettungssanitäter ab, Kirsten Waltemate gar mit Bestnote.

Mit diesem Abschluss dürfen sie qualifizierte Krankentransporte übernehmen und in der Notfallrettung mitwirken. Ihre »Feuertaufe« haben beide schon hinter sich: Sie versorgten zusammen mit ihren Kollegen die 13 Verletzten bei einem schweren Verkehrsunfall Mitte Januar auf der B1 am »Waldschlösschen« in Horn.

Die psychische Belastung ist für Rettungskräfte in solchen Situationen hoch, zumal wenn Kinder in die Unfälle verwickelt sind. »Trotzdem darf man das nicht zu nahe an sich heranlassen«, erläutert Kirsten Waltemate. »In dieser Situation muss man erst einmal funktionieren.«

Und Jannik Reue ergänzt: »Hinterher hilft oft das Gespräch mit den Kolleginnen und Kollegen, um damit umgehen zu können.« In ihrer Ausbildung sind die beiden jungen Johanniter auf solche und ähnliche Situationen vorbereitet worden – nicht nur theoretisch.

160 Stunden verbrachten sie auf der Lehr-Rettungswache der Johanniter-Unfall-Hilfe in Blomberg und auf dem dort stationierten Rettungswagen (RTW). Weitere 160 Stunden Ausbildung fanden in der Notaufnahme, auf der Intensivstation und im OP des Detmolder Klinikums statt. Außerdem besuchten Reue und Waltemate die Johanniter-Akademien in Münster und Hannover.

Eine gute »Freundin«: Mit Ausbildungspuppe Anne sind Jannik Reue und Kirsten Waltemate seit ihrer Ausbildung zu JUH-Rettungssanitätern bestens vertraut.

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