Schüler sammelten Weihnachtspäckchen

Blomberg. Die Blomberger Ausgabestelle der Ostlippischen Tafel startet jedes Jahr zu Weihnachten einen Aufruf, Päckchen für Bedürftige zu packen. Dieses Mal hat sich auch das Hermann-Vöchting-Gymnasium (HVG) an der vorweihnachtlichen Aktion beteiligt.

Die Organisation des »Päckchen-Packens« nahmen Miriam Tölke und Lara Kleinsorge, Mitglieder der Schülervertretung (SV) am HVG, in die Hand. »Anfang Dezember habe ich Kontakt zu Herrn Donay aufgenommen und besprochen, was genau benötigt wird«, erzählte die 16-jährige Miriam Tölke.

Daraufhin haben die beiden Schülerinnen Elternbriefe verfasst, die jedes Kind mit nach Hause bekam, Plakate entworfen und einen Artikel auf die Homepage des Gymnasiums gestellt. Insgesamt sind so 41 Pakete für Bedürftige zusammengekommen – die meisten sogar als weihnachtliches Geschenk verpackt.

»Die Päckchen enthalten vor allem haltbare Lebensmittel oder nützliche Haushaltsgegenstände, zum Beispiel Topflappen«, berichteten die SV-Mitglieder. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter sowie Pastor Hermann Donay, einer der Hauptinitiatoren, freuten sich sehr über die zahlreichen Geschenke der Schüler.

Durch die vielen Flüchtlinge, die vor zwei Jahren nach Blomberg kamen, ist die Zahl der Bedürftigen gestiegen – und damit ergaben sich auch Veränderungen in der Lebensmittelausgabe. Nun kann es sein, dass einige der Abholer bestimmte Lebensmittel nicht konsumieren dürfen. Unter ihnen befinden sich zum Teil Muslime, die beispielsweise kein Schweinefleisch essen. »Da viele Pakete so schön verpackt sind, können wir jedoch nicht jeden Inhalt überprüfen«, erklärte Silke Follmert, ehrenamtliche Mitarbeiterin in Blomberg.

In der regulären Mittwochs-Ausgabe achten die freiwilligen Helfer auf die Bedürfnisse der Abholer. »Wir wissen ja, für wen die Kiste bestimmt ist und demnach versorgen wir die Bürger auch mit den gewünschten Lebensmitteln«, erklärte Follmert das Vorgehen. Was die Weihnachtspäckchen angeht, so räumen die Ehrenamtlichen die Möglichkeit ein, die Lebensmittel, die nicht konsumiert werden können, wieder abzugeben und, soweit vorhanden, dafür etwas Alternatives mitzunehmen.

Als die Blomberger Ausgabestelle der Ostlippischen Tafel im Mai 2007 an den Start ging, nutzten lediglich 26 Bürger das Angebot. Zur Zeit der Flüchtlingswelle war die Zahl der Abholer auf 150 gestiegen. Bis zu 500 Personen benötigten Lebensmittel. Silke Follmert erzählte, welche Herausforderungen auf die rund 35 Helfer zukamen: »Man lernte erst mit der Zeit, was die Abholer benötigen. Aufgrund der Kultur und Religion essen einige beispielsweise kein Schweinefleisch und andere bevorzugen frische Ware«.

Was nach einem einfachen Zusammensuchen an Lebensmitteln aussieht, ist demnach in Wahrheit aufwendige Arbeit. Doch diese Mehrarbeit haben die Ehrenamtlichen mit Bravur gemeistert. Dabei geholfen hat unter anderem die Auslagerung der Ausgabe für Einzelpersonen in die Flüchtlingsunterkunft am Lehmbrink. »Es bildeten sich wirklich lange Schlangen in der Ausgabestelle an der Hausmannstraße und dafür reichte der Platz vor Ort nicht aus«, so Follmert, die die Tafel vom ersten Tag an unterstützt.

Seit Sommer hat die Anzahl der Abholer jedoch wieder abgenommen. »Uns ist aufgefallen, dass einige Flüchtlinge, die nun Arbeit gefunden haben oder zumindest eine eigene Wohnung mit Küche bezogen haben, nicht mehr so stark auf die Unterstützung der Tafel angewiesen sind«, berichtete Follmert. So reduzierte sich die Zahl der Abholer auf aktuell 107. Davon sind 32 Einzelpersonen und 75 Familien (321 Personen).

Die weihnachtlichen Päckchen gehen am letzten Ausgabe-Mittwoch (20. Dezember) gemeinsam mit den »regulären« Lebensmitteln raus.

Pastor Hermann Donay, Lara Kleinsorge und Miriam Tölke (von links) platzieren die zahlreichen Weihnachtspäckchen für die bevorstehende Ausgabe. Foto: © brink-medien

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