Esso-Tankstelle schließt vorerst ihre Pforten – »Urgestein« Wolfgang Nunne geht in Rente

Blomberg. Etwas überraschend kommt die Nachricht, dass die Türen der Esso-Tankstelle an der Barntruper Straße in Blomberg ab dem 1. Januar vorerst geschlossen bleiben. Nach fünf Jahren hat die Henning Service GmbH ihren Pachtvertrag nicht verlängert.

Das bedeutet auch, dass für Wolfgang Nunne, der die Tankstelle mit angeschlossenem Kfz-Meisterbetrieb seit 1987 zusammen mit seiner Frau Marlies führte und zuletzt als Angestellter tätig war, nun der wohlverdiente Ruhestand kommt. Seine beiden Mitarbeiter Jutta Neumann und Thorsten Müller finden im Autohaus Henning in Steinheim einen neuen Arbeitsplatz.

Gegründet wurde der Betrieb 1958 von Gustav Samusch. »Angefangen hat alles als Opel-Service mit angeschlossener Tankstelle«, erinnert sich Wolfgang Nunne. »Am 1. Januar 1961 habe ich meine Lehre hier fortgesetzt, mein erster Ausbildungsbetrieb hatte nicht den erforderlichen Meister angestellt, der mich dort hätte weiter ausbilden können.«

Der gelernte Kraftfahrzeug-Mechaniker wurde dann 1963 als Geselle in den Betrieb übernommen. Nebenberuflich bereitete sich Nunne auf seine Meisterprüfung vor, die er 1980 ablegte. Sieben Jahre später übernahm er den Betrieb und hat ihn ständig erweitert und modernisiert. Seitdem wurde vor allem die Werkstatt regelmäßig mit moderner Technik aufgerüstet, so dass auch elektronische Fehlerdiagnosen und computergestützte Tests durchgeführt werden können.

Ende 2012 hat das Blomberger »Urgestein« sich in die zweite Reihe zurückgezogen und den Stab an die Henning Service GmbH übergeben. Der 71-Jährige bedauert, dass es nun erst einmal nicht mit der Tankstelle nebst Waschanlage und Kfz-Betrieb weitergeht. Allerdings freut sich Wolfgang Nunne auch auf seinen Ruhestand. Auf die faule Haut legen will er sich jedoch nicht. Seine Interessen gelten dem Handball und dem Rallyefahren. Doch wie es soll es zukünftig mit der Tankstelle weitergehen?

Immobilieninhaberin Gertrud Samusch kann bisher keine positiven Neuigkeiten verkünden. »Es gab ein paar Interessenten, jedoch kam keiner so wirklich infrage«, erklärte die 87-Jährige gegenüber der Lippischen Landes-Zeitung. Gemeinsam mit ihrem Mann war Samusch 1960 in das Geschäft ihres Schwiegervaters eingestiegen. 27 Jahre war sie für die Buchhaltung zuständig, bevor Wolfgang Nunne den Betrieb übernahm.

Um einen neuen Mieter für das ideal gelegene Objekt an der Bundesstraße 1 zu finden, hat sich Gertrud Samusch mit Stephan Potthast einen Fachanwalt für Steuerrecht zur Hilfe genommen. »In meinem Alter kann ich mich um solche Angelegenheiten nicht mehr alleine kümmern«, erklärt Samusch.

»Wir haben uns bemüht, einen geeigneten Nachfolger zu finden. Dieses Vorhaben ist bisher aber gescheitert«, sagte Potthast auf LZ-Anfrage. Gertrud Samusch gibt die Hoffnung aber noch nicht auf: »Ich hoffe wirklich, dass sich noch jemand findet, der die Räumlichkeiten übernehmen möchte.«

Nach 57 Jahren ist Ende des Jahres Schluss: Wolfgang Nunne geht im Alter von 71 Jahren in den mehr als verdienten Ruhestand. Foto: © brink-medien

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