Blomberg wird zur Open-Air-Galerie

Blomberg. »Es ist einfach klasse, wie sich die Kunstmauer entwickelt hat«, sagt Wolfgang Rose, der vor 16 Jahren die außergewöhnliche Veranstaltung ins Leben gerufen hat.

Damals haben gerade mal sechs Künstler an der Freilichtausstellung teilgenommen. »Die Beteiligung ist enorm gewachsen und das Organisationsteam von Blomberg Marketing macht das wirklich hervorragend«, zeigt sich Rose von der Entwicklung beeindruckt.

Denn nachdem der Maler aus Zeitgründen das Projekt abgeben musste, fand sich mit dem Marketingverein ein Nachfolger. Dieser gründete daraufhin ein Organisationsteam – die Kunstmauer AG. Heute sorgen Elke Nolte, Heidrun Glock, Sabine Kühne und Karin Siesenop für den reibungslosen Ablauf der Open-Air-Veranstaltung. Rose selber nimmt seitdem jedes Jahr als Künstler teil.

Bei der inzwischen 17. Auflage der Kunstmauer am 5. August stellen rund 50 Künstler ihre Werke entlang der Stadtmauer, im Schweigegarten, im Martiniturm und in der Klosterkirche aus. Und dabei handle es sich in keinster Weise nur um kreative Köpfe aus Lippe. »Teilweise kommen die Aussteller aus einem Umkreis von 50 Kilometer, um ihre Kunstwerke in dieser besonderen Atmosphäre zu präsentieren«, erzählt Karin Siesenop, die bereits seit acht Jahren zum Orgateam gehört.

Denn die Ausstellung im Freien ist in der Region einzigartig. »Wir verschicken jedes Jahr Einladungen an Künstler und für einige gehört die Kunstmauer als Ausstellungsort fest dazu. Besonders erfreulich ist auch, dass es inzwischen Maler gibt, die sich bei uns melden und anfragen, ob sie auch mitwirken dürfen«, so Siesenop.

Die vier Frauen betonen, dass es sich bei der Veranstaltung nicht um einen Kunstmarkt handelt. »Der Verkauf eines Werkes ist möglich, es ist aber nicht das vorrangige Ziel«, erklärt Sabine Kühne. So seien beispielsweise keine Preisetiketten an den Exponaten angebracht. »Die Künstler nutzen die tolle Atmosphäre, um sich auszutauschen und Kontakte zu knüpfen«, wissen die Vier.

»Es ist jedes Jahr anders, selbst wenn viele Künstler zum wiederholten Male dabei sind«, sind sich die ehrenamtlichen Organisatoren einig. »Besucher bekommen neue Bilder zu sehen und auch der Standort der Künstler ist ein anderer als im Vorjahr«, erläutern sie. Denn einen Plan gibt es nicht. Die Künstler reihen sich aneinander – so wie sie gerade kommen. »Dadurch bietet sich den Besuchern jedes Mal ein neues Gesamtbild«, beschreibt Siesenop.

Neben der Ausstellung kommen die Besucher in diesem Jahr wieder in den Genuss des Highland-Pipers, der mit seinem Dudelsack durch die Kernstadt flaniert und die besondere Veranstaltung um 11 Uhr eröffnet. »Wenn die ersten Klänge des Holzblasinstrumentes ertönen weiß jeder: In Blomberg findet die Kunstmauer wieder statt«, sagt Karin Siesenop. Außerdem präsentieren sich die »Shademakers« in ihren bunten und floralen Kostüm-Kreationen und sorgen damit sicherlich für einen Hingucker.

Seit einigen Tagen bekommen Besucher der Nelkenstadt schon einen ersten Vorgeschmack auf das, was sie am 5. August vor Ort erwarten wird. Bilder der ausstellenden Künstler schmücken bereits die Schaufenster von rund 20 Geschäften in der Innenstadt. Auch hier plant das Quartett mit, denn es gibt einiges zu beachten.

»Die Bilder werden nicht wahllos aufgestellt. Ein großformatiges Gemälde braucht natürlich auch ein dementsprechend großes Schaufenster. Wir sprechen uns mit den Geschäftsleuten und den Künstlern ab und vermitteln anschließend den Kontakt. Alles Weitere klären sie dann unter sich«, so Sabine Kühne. Dabei sei es sogar schon vorgekommen, dass Kunden ihr Interesse an einem Bild bekundeten.

Nun sind es noch etwa zwei Wochen, bis das besondere Event in der Blomberger Innenstadt beginnt. »Wir freuen uns schon sehr auf die Künstler und das bunte Programm. Wenn das Wetter so schön wird wie in den vergangenen Jahren, dann wird es wieder eine tolle Veranstaltung«, ist sich die Kunstmauer AG sicher.

Elke Nolte, Heidrun Glock, Sabine Kühne und Karin Siesenop (von links) planen gemeinsam die Kunstmauer. Foto: © brink-medien

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