HSG: Müller muss Karriere beenden

Blomberg. Franziska Müller vom Frauenhandball-Bundesligisten HSG Blomberg-Lippe bleibt aufgrund ihrer anhaltenden Kniebeschwerden weiterhin krankgeschrieben und fällt bis Saisonende aus.

Wie der Verein mitteilt, sei dies gleichbedeutend mit ihrem Karriereende, da die Linksaußen ihren zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht mehr verlängern werde. Dies sei das Resultat aus zahlreichen Gesprächen zwischen der Spielerin, den Vereinsverantwortlichen und Mannschaftsarzt Dr. Titus Bertolini in den vergangenen Wochen und Monaten.

»Nicht zuletzt wegen ihrer langjährigen Verdienste, aber natürlich auch aufgrund der Fürsorgepflicht gegenüber der Spielerin, haben wir mit ihr entschieden, dass es keinen Sinn mehr hat, sich noch weiter durch die laufende Spielzeit buchstäblich zu quälen. Für uns ist das sowohl sportlich als auch menschlich ein Riesenverlust, zählt Franzi doch seit Jahren zu unseren Top-Torschützinnen und Führungsspielerinnen. Wir sind sehr traurig, dass sich jetzt bewahrheitet, was in den vergangenen Monaten zu befürchten war«, sagt HSG-Geschäftsführer Torben Kietsch.

Ursache für Müllers Beschwerden ist ein Knorperlschaden im linken Knie. Trotz zuvor intensiv erfolgter Behandlung hat HSG-Mannschaftsarzt Dr. Titus Bertolini der Spielerin abgeraten, weiter Bundesliga-Handball zu spielen. »Ein aktuelles MRT zeigt ein deutliches Fortschreiten des Knorpelverschleißes. Eine Belastung des Kniegelenkes unter Leistungssportbedingungen ist jetzt leider nicht mehr möglich«, erläutert Dr. Bertolini.

»Mein Herz will noch, aber mein Knie kann nicht mehr. Wenn man sein Karriereende nicht selbst bestimmen kann, ist es ganz bitter, das hatte ich mir anders gewünscht und vorgenommen«, äußert sich Franziska Müller enttäuscht.

Und Trainer Steffen Birkner ergänzt: »Dass uns Franzi nicht mehr zur Verfügung steht, ist ein herber Schlag. Vor allem natürlich sehr schade und traurig für sie, aber auch für unsere Mannschaft, das Nationalteam, unsere Sponsoren und Anhänger. Sie war über Jahre eine der torgefährlichsten Außenspielerinnen der Liga und hat ja auch diese Saison schon bereits wieder an die 50 Tore erzielt.«

Die 28-jährige Franziska Müller, gebürtig aus Berlin, war im Sommer 2010 von den Füchsen Berlin zur HSG gewechselt und hat in dieser Zeit 641 Bundesliga-Tore erzielt, 46 davon in der aktuellen Saison.

Neben diversen Einsätzen für die DHB-Nachwuchsteams hat sie für die A-Nationalmannschaft 31 Länderspiele (59 Tore) absolviert. Noch bei der Europameisterschaft im vergangenen Dezember war sie für die DHB-Auswahl in Frankreich aktiv.

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