SoLaWi Verein lädt zu »AckerBildung« ein

Blomberg-Dalborn. Die Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) Dalborn lädt interessierte Erwachsene und Jugendliche regelmäßig zu Vorträgen und Workshops rund um das Gärtnern und das SoLaWi-Konzept ein.

Vielfältige Themen von Agrarpolitik über Kompostbau bis Sauerkraut-Herstellung werden durch pädagogisch und oder gärtnerisch ausgebildete Referenten vermittelt. Grundschulkinder können als »AckerKids« das Gemüsejahr auf dem SoLaWi-Acker erleben.

Seit Februar dieses Jahres bietet die SoLaWi im Rahmen der »AckerBildung« Vorträge, Diskussionen, Filme und Action Learning Workshops an. Jeden Monat können Interessierte beispielsweise umweltgerechte Gartenpflege erlernen (Mai), sich darüber informieren, wie Solidarische Landwirtschaft funktioniert (Juni) oder ausprobieren wie man eine Kompostmiete baut oder Gemüse haltbar macht (Oktober).

»Wir möchten den Menschen den Umgang mit frischen und gesunden Lebensmitteln wieder näher bringen. Echte Wertschätzung entsteht, wenn man ein umfassendes Bild des Lebensmittels vom Anbau über Ernte und Zubereitung hat und mit dem Herzen dabei ist«, so Lioba Schulte, Vorstandsvorsitzende der SoLaWi.

Der Verein arbeitet für diesen gesellschaftlichen Beitrag mit verschiedenen Kooperationspartnern wie der Volkshochschule, dem Projekt NaTourEnergie oder dem Theatre Fragile zusammen. In Zusammenarbeit mit der NABU Umweltbildungsstätte Rolfscher Hof gibt es für Grundschulklassen die Möglichkeit, an vier Terminen die Arbeitsschritte im Gartenjahr zu erproben.

Gerade Kinder und Jugendliche kennen Gemüse oft nur aus dem Supermarkt. So probierten Kita-Kinder (vier bis fünf Jahre alt) des Familienzentrums Abakus wer größer als der Grünkohl (nur ein halbes Jahr alt) gewachsen war. Und die Besuchsgruppe eines Freiwilligen Sozialen Jahres staunte, dass Rosenkohl an einem Stiel wächst. »Die AckerBildung wird gut angenommen«, freut sich die Bildungsreferentin Maren Weber.

Über 40 Menschen hätten im Februar den Gartentipps von Gärtnermeister Matthias Lang gelauscht und sich anschließend mit Garten-Initiativen wie querbeet – Urban Gardening Detmold oder dem Gemeinschaftsgarten Detmold vernetzt. Im März war die WandelWerkstatt voll mit Interessierten an der aktuellen Agrarpolitik und im April kamen über 50 Menschen in die Stadthalle Detmold, um mit BUND-Referent Ralf Bilke über Artenschutz und Pestizidfreiheit zu diskutieren.

Zum Frühling hin geht es von der Theorie wieder mehr ans Praktische. Als Naturerlebnis-Pädagogin verspricht Weber: »Wir lernen hier mit Kopf, Herz und Hand«. Um Eltern eine einfache Teilnahme zu ermöglichen, wird auf Anfrage Kinderbegleitung angeboten. Die AckerBildung wurde im Rahmen des Projektes »Raus aus der Konsumfalle: SoLaWi 2.0 – ein Umstiegsmodell« entwickelt. Es wird in 2018/2019 in Dalborn durchgeführt mit dem Ziel, das SoLaWi-Konzept weiter auszufeilen und zu stabilisieren.

Neben dem Bildungsangebot ist der zweite wichtige Teil des Projektes Solidarische Landwirtschaft Dalborn die Einführung innovativer Kommunikationswerkzeuge für den SoLaWi-Alltag. Eine Förderung des Projektes durch die Nationale Klimaschutz Initiative (NKI) des Bundesumweltministeriums ermöglicht unter anderem freien Eintritt für die meisten Angebote der AckerBildung in 2019.

Die nächste Gelegenheit, an der AckerBildung teilzunehmen ist der Workshop »GartenFit – sinnvoll gießen und jäten« am Freitag, 3. Mai, von 17 bis 20 Uhr, der Eintritt ist frei. Am Mittwoch, 8. Mai, von 9 bis 14.30 Uhr, können sich Lehrer und andere Multiplikatoren mit drei Parallelworkshops in das Konzept der SoLaWi vertiefen. Dieses Angebot läuft über das Projekt »Schule der Zukunft« und kostet 25 Euro.

Wer die SoLaWi und die Menschen einfach mal kennen lernen möchte, ist herzlich zum Aktionscafé, ab Mai jeden ersten und dritten Freitag im Monat (16 bis 18 Uhr), eingeladen, während die SoLaWi-Mitglieder ihr Gemüse abholen. Alle erwähnten Veranstaltungen finden auf dem SoLaWi-Gelände, Hauptstraße 22, in Dalborn statt.

Die Solidarische Landwirtschaft Dalborn wurde 2013 zur Selbstversorgung mit regionalem und saisonalem Bio-Gemüse gegründet. Auf einem Hektar werden rund 40 Gemüsekulturen angebaut. Über 80 Menschen mit derzeit vergebenen 46 Gemüse-Anteilen tragen gemeinsam die Verantwortung: Sie teilen sich Betriebskosten und –risiko sowie die Ernte und Wissen. Das Motto lautet »Gemüse genießen, Gemeinschaft erleben, Gutes lernen«. Nach dem SoLaWi-Konzept wirtschaften in Deutschland über 220 landwirtschaftliche Betriebe.

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