Experten gaben Tipps zur Azubi-Gewinnung

Blomberg. Für immer mehr Unternehmen in Lippe wird es zur Herausforderung, Jugendliche für eine Ausbildung zu gewinnen. Wie aber können sich kleine und mittlere Betriebe im Wettbewerb mit größeren Unternehmen und Hochschulen durchsetzen?

Diese zentrale Fragestellung beantworteten vier Experten aus Wissenschaft und Praxis, die vom Ausbildungsprojekt »Alexa« und der Koordinierungsstelle »Schule-Beruf« (»Schu.B«) eingeladen wurden, heißt es in einer Pressemitteilung.

Rund 30 Vertreter lippischer mittelständischer Unternehmen folgten den Ausführungen zu den Erfolgsfaktoren. Der Ideen-Abend wurde von Heike Kreienmeier vom Projekt »Alexa« und dem Gastgeber Christoph Kraus eröffnet.

Einen kritischen Blick auf den aktuellen Ausbildungsmarkt warf Prof. Dr. Dietmar Heisler, Berufspädagoge an der Universität Paderborn, der eine angespannte Versorgungslage mit Bewerberrückgang und Anstieg der Stellenangebote beobachtet. Die Zahl der unversorgten Bewerber und die Zahl der unbesetzten Lehrstellen steige jedoch.

»Insbesondere Jugendliche aus dem klassischen Bewerbermilieu sind an einer dualen Ausbildung interessiert, sie bewerben sich aber nicht. So braucht es ein Überangebot an attraktiven Ausbildungsplätzen, um Jugendliche ausreichend zu versorgen und eine freie Berufswahl zu ermöglichen«, erläuterte Prof. Dr. Heisler. Für die kleinen und mittelständischen Unternehmen in Lippe positiv: »Zentrale Einflussfaktoren für die Berufswahl sind und bleiben die Nähe zum Heimatort, der Verdienst und die Betriebsgröße«, ergänzt er.

Einen kompakten Überblick auf Unternehmensangebote an der Schnittstelle Schule-Beruf gab Dirk Menzel, Leiter der Koordinierungsstelle »Schu.B« bei der Lippe Bildung eG. »Nutzen Sie Kontakte zu Schulen und Lehrern und bieten Sie Schülern möglichst viele Möglichkeiten, Praktika zu absolvieren«, riet er den Unternehmensvertretern.

Thorsten Brinkmann vom Projekt »Alexa« der Gilde Wirtschaftsförderung Detmold hatte eine Reihe umsetzbarer Praxis-Tipps für das Azubimarketing parat. »Orientieren Sie sich an den Erwartungen der Generation Z und kommunizieren Sie dementsprechend mit direkter Sprache, vielen Bildern und Videos«, so Brinkmann. Zudem empfahl er den Betrieben, sämtliche Kommunikations-Kanäle und -Anlässe für ihr Azubimarketing zu nutzen, wie etwa auch bei Rechnungen oder Angeboten an Kunden.

Fragen und Wortbeiträge des Publikums wurden in der von Heike Kreienmeier moderierten Diskussionsrunde mit dem Gastgeber und den Referenten debattiert. Raum für weitergehende Gespräche bot sich im Anschluss an die Veranstaltung.

Thorsten Brinkmann (»Alexa), Christoph Kraus (Kraus Elektromotoren), Heike Kreienmeier (»Alexa«), Dirk Menzel (»Schu.B«) und Prof. Dr. Dietmar Heisler (Uni Paderborn) gaben Tipps zur Gewinnung von Auszubildenden. Foto: Gildezentrum

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