Miteinander ins Gespräch kommen

Blomberg (miw). »Miteinander reden, statt übereinander reden«, so erklärt Pfarrer Hermann Donay das Konzept des Projektes »Zusammen! Leben!«, das der »Runde Tisch Flüchtlinge« in Blomberg im vergangenen Jahr ins Leben gerufen hat.

Durch sachliche Informationen, offene Gespräche, unmittelbare Begegnungen und aktives Handeln gegen fremdenfeindliche und rassistische Ausfälle soll ein positiveres Miteinander gefördert werden, so das Ziel der Arbeitsgruppe.

Nachdem die Veranstaltungen im vergangenen Jahr gut besucht waren, hat sich die Gruppe auch für 2020 ein Programm einfallen lassen. Los geht es am Dienstag, 10. März, mit der Ausstellungseröffnung »Menschen und Rechte sind unteilbar« im Foyer des Integrationszentrums. Beginn ist um 19.30 Uhr.

Die Ausstellung von »Pro Asyl« behandelt verschiedene Aspekte der Menschenrechte von ihrer Entstehung bis heute. Wie und unter welchen Umständen sind sie entstanden? Wie ist es den vielen unvergessenen Streitern gelungen, sie zu etablieren? Und warum müssen wir uns heute wieder verstärkt für sie engagieren? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Ausstellung auf insgesamt 15 Plakaten. Einige davon werden auch in den Schaufenstern in der Innenstadt zu sehen sein, um auf die Ausstellung aufmerksam zu machen. »Die Plakate sollen einen Anstoß für Gespräche und Diskussionen liefern«, sagt Pfarrer Donay.

Zudem sei die Ausstellung eine gute Verknüpfung zum Projekt des Kreises Lippe »Ort der Kinderrechte«, sagt Holger Nickel, Bereichsleiter des SOS-Kinderdorfes und Mitglied der Arbeitsgruppe »Zusammen! Leben!«. Bei dem Projekt des Kreises sollen verschiedene Stationen spielerisch über Kinderrechte. Blomberg wurde als Modellregion ausgewählt, so Nickel.

Geplant war, dass die Ausstellung »Menschen und Rechte sind unteilbar« bis zum 31. März im Integrationszentrum zu sehen sein wird. »Wir haben nun aber die Möglichkeit bekommen, die Plakate noch länger auszustellen«, berichtet Andrea Lemm, stellvertretende Leiterin der Volkshochschule Lippe-Ost und ebenfalls Mitglied der Arbeitsgruppe. Daher werde die Ausstellung voraussichtlich verlängert. Bis zu welchem Tag stehe noch nicht fest.

Ein Vortrag und Gespräch mit Ekkehard Sieker, Mitarbeiter der politischen ZDF-Kabarettsendung »Die Anstalt«, ist für Dienstag, 31. März, geplant. Beginn ist um 19.30 Uhr im Integrationszentrum. Die Veranstaltung steht unter dem Titel: Satire oder Nachricht – »Anstalt« oder »Tagesschau«. »Ist in einer Satire oder den Nachrichten mehr Wahrheit enthalten und wie kommt man dem besser auf die Spur?«, erklärt Pfarrer Donay den Inhalt der Veranstaltung.

Ein Konzert in der Klosterkirche erwartet die Blomberger am Freitag, 10. Juli. Die Uhrzeit steht noch nicht fest, sie werde noch bekannt gegeben. »Der Pianist, der aus den Trümmern kam«, so lautet der Titel des Konzertes, das mit einer Lesung verbunden wird. Aeham Ahnad, der aus Damaskus stammt, wird also nicht nur sein Talent am Klavier präsentieren, sondern auch von seinen persönlichen Erlebnissen berichten. »Es soll die Menschen sensibler für die Situationen anderer Menschen machen«, erklärt Hermann Donay die Intention.

Zudem wird bei den Veranstaltungen auch wieder das rote Sofa zum Einsatz kommen, berichtet die Gruppe. Es solle symbolisch als »Kommunikationsplattform« dienen, denn die Veranstaltungen sollen Impulse für einen Austausch geben. Außerdem soll das rote Sofa an einem Markttag auf dem Marktplatz stehen und die Menschen zu Gesprächen animieren. Weitere Aktionen sind in Planung.

Pfarrer Hermann Donay, Ursula Hahne-Eichhorn, Holger Nickel und Andrea Lemm (von links) tauschen sich über die bevorstehenden Veranstaltungen aus. Foto: Michaela Weiße

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.