Corona-Pandemie: Teststrategie im Kreis Lippe soll Infektionsketten zeigen und unterbrechen

Kreis Lippe. Im Vergleich zwischen den ostwestfälischen Kreisen nimmt Lippe aktuell die Spitzenposition bei den Corona-Infektionen ein. Die Anzahl der aktiven Fälle und der hohe Inzidenzwert werden im Kreisgebiet kontrovers diskutiert.

Laut einer Mitteilung des Kreis Lippe wolle die Bevölkerung wissen, wie sich die Infektionen verteilen und welche Teststrategie aktuell umgesetzt wird. »Je mehr Infektionsketten wir erkennen, desto mehr können wir unterbrechen und desto effektiver können wir tatsächlich dem Virus begegnen«, stellt Landrat Dr. Axel Lehmann klar.

»Unsere Teststrategie im Kreis Lippe soll insbesondere Risikogruppen schützen. Dafür setzen wir klare Prioritäten, die auch über die Strategien des Robert Koch-Instituts (RKI) und der anderen Kreise hinausgehen«, erklärt Lehmann weiter.

Der Blick auf die Statistik zeichne ein ernstes Lagebild, insbesondere im Vergleich mit Nachbarkreisen. Dadurch würde die die Frage aufgeworfen, warum die Zahlen in Lippe höher seien und ob das nicht doch an einzelnen Hotspots liege.

In der Kommunikation habe sich in den vergangenen Tagen der Begriff »diffus« für die Beschreibung der aktuellen Lage verfestigt. Die Begrifflichkeit habe das Land im Zusammenhang mit Gefahrenstufen in der Corona-Schutzverordnung geprägt. Diffus heiße unklar. Und damit sei gemeint, ob sich im Lagebild das Infektionsgeschehen auf einen oder wenige Hotspots beschränke und sich damit auch die Infektionsketten klar nachverfolgen lassen würden – oder eben nicht.

Trotz der Angabe »diffus« sei die Lage in Lippe klar. Es gäbe keine einzelnen und großen Ausbruchsherde, sondern viele unterschiedliche kleine Infektionsgeschehen, die in der Summe zu vielen aktiven Fällen führen würden. In Lippe seien Corona-Fälle im Zusammenhang mit über 80 Einrichtungen ermittelt worden. Dazu kämen weitere Fälle von Reiserückkehrern, von Familien oder aus präventiven Testungen.

Wichtig sei daher eine klare Teststrategie, um mögliche Ketten nachverfolgen zu können. »So wendet der Kreis Lippe eine veränderte Teststrategie an, die über die Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes hinausgehen. Zum Beispiel werden auch Haushaltskontakte von Corona-Fällen getestet. Kinder und insbesondere auch die Personen, die in sensiblen Bereichen arbeiten, werden getestet. Damit mögliche Infektionsketten in Einrichtungen wie Schulen, Kitas oder Pflegeeinrichtungen verfolgt werden können«, heißt es in der Mitteilung.

Die konsequente Umsetzung dieser Strategie bringe wiederum neue Fälle mit sich. Daraus lasse sich auch der ansteigende Inzidenzwert erklären. Es gehe weiterhin darum, zielgerichtet die Kontaktpersonen zu testen oder zu isolieren. Alle Lipper könnten mithelfen, indem sie Kontakte reduzieren und die Regeln einhalten.

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