Wegschauen ist keine Option

Blomberg (miw). Es ist eine Situation, in die jeder geraten kann: Plötzlich wird man auf offener Straße Zeuge einer Gewalttat. Doch keiner der umstehenden Passanten reagiert. Wie würde man sich selbst verhalten? Eingreifen oder wegschauen?

Der neue Roman von Petra Bunte aus Blomberg – »Dieses viel zu laute Schweigen« – regt zum Nachdenken genau darüber an. Zivilcourage: Was ist richtig, was ist falsch?

Protagonistin Anna sieht, wie eine junge Frau von einer Gruppe Männer belästigt wird. Sie will helfen, weiß aber nicht wie und zögert. Ihr Nachbar und heimlicher Schwarm Lukas hingegen handelt sofort. Beides hat fatale Folgen.

Und nicht nur Anna fragt sich, was in jener Nacht wirklich mit dem lebensgefährlich verletzten Lukas passiert ist und ob sie es hätte verhindern können. Auch sein Bruder Felix ist auf der Suche nach Antworten und einem Schuldigen. Und er ahnt nicht, dass ausgerechnet Anna, die sich ungewollt in sein Herz geschlichen hat, mehr weiß, als sie ihm erzählt.

»Ich verbinde damit keine persönlichen Erlebnisse«, berichtet die 41-jährige Autorin. Dennoch sei es ein Thema, das sie schon lange interessiere, erzählt Petra Bunte. Die Handlungen und Charaktere in ihrem Buch sind frei erfunden. Einige Fälle, die innerhalb der Geschichte erwähnt werden, basieren jedoch auf wahren Medienberichten – wie etwa der Fall von Dominik Brunner. Der damals 50-Jährige wurde im September 2009 als Helfer mit Zivilcourage selbst Opfer eines brutalen Gewaltverbrechens. Kurze Zeit später erlag er im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Zudem beschäftigte sich Petra Bunte für ihre Recherchen mit dem Schicksal von Kitty Genovese – einer New Yorkerin, die in den 60er-Jahren in der Nähe ihres Zuhauses erstochen wurde. »Es gab 38 Zeugen, aber angeblich hat keiner etwas gesehen«, so Bunte.

Je mehr man über das Thema Zivilcourage wisse, umso besser könne man in einer entsprechenden Situation reagieren, ist sich die Blombergerin sicher. Daher hat sie unter anderem auch die sechs Regeln für den Ernstfall, aufgestellt von der »Aktion tu was«, einer Initiative der Polizei für mehr Zivilcourage, mit in ihr Werk eingebaut.

Bereits als Jugendliche sei das Schreiben von Geschichten – neben dem Lesen – ihr liebstes Hobby gewesen, erzählt Petra Bunte. Während ihrer Schulzeit jobbte sie nebenbei im Buchhandel und machte nach dem Abitur eine Ausbildung zur Buchhändlerin. Heute arbeitet sie als stellvertretende Filialleiterin in einer Buchhandlung in Hameln.

Dass jemals ein Roman, den sie selbst geschrieben hat, bei ihr über die Ladentheke wandert, daran hatte sie vor ihrem ersten Roman nicht geglaubt. »Ich habe schon immer gerne geschrieben, aber ich habe das kaum jemanden erzählt«, berichtet die 41-Jährige. Erst als sie Freunden ihr Manuskript zum Lesen gab und positive Reaktionen darauf erhielt, versuchte sie ihr Glück bei einem Verlag – mit Erfolg.

Am liebsten schreibt Petra Bunte mitreißende Liebesromane – jedoch immer mit einem ernsten Hintergrundthema verknüpft. So beschäftigt sich ihr erster Roman »Weil jede Minute zählt«, der im vergangenen Jahr – ebenfalls im Verlag CW Niemeyer – erschienen ist, mit der Behinderung von Rettungskräften durch Gaffer und blockierte Rettungsgassen.

Mit ihren Büchern führt Petra Bunte den Lesern vor Augen, dass jeder die Verantwortung für sein Handeln beziehungsweise Nicht-Handeln trägt. Und wer auf ein drittes Buch von Petra Bunte hofft, der kann sich freuen. Dies ist bereits in Arbeit. Und wieder werde es um große Gefühle, verbunden mit einem ernsten Thema, gehen. Welches das sein wird, das verrät die Autorin an dieser Stelle noch nicht. Die Leser dürfen also gespannt bleiben.

Wann genau das dritte Buch erscheint, steht derzeit noch nicht fest. »Ich hoffe, dass es im Frühjahr 2023 fertig ist«, sagt Petra Bunte. Wer mehr über die Autorin erfahren möchte, findet weitere Informationen im Internet unter www.petra-bunte.de.

Petra Bunte hat ihren zweiten Roman veröffentlicht. Foto: brink-medien

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